Das Konzept
Die Musikalität und Natürlichkeit historischer Triodenverstärker ist legendär. Leider erreicht auch die bekannteste (und teuerste) Endtriode, die WE 300 B, nur eine geringe Leistungsausbeute von 4 - 5 Watt.
Die in der Satie S eingesetzte Hochleistungsendtriode 211 (VT 4 C) ähnelt in Klang und Kennlinien-
spektrum der 300 B, verleiht jedem Kanal jedoch ca. 20 Watt sinus Leistungsreserven.
Die 211 wurde ursprünglich als Sendetriode für den Funkgeräteeinsatz entwickelt, arbeitet sehr breitbandig und zuverlässig. Sie besitzt eine lange Lebensdauer und ist aus aktuellen Militärproduktionen in sehr guter Qualität zu moderaten Preisen (eine WE 300 B kostet mehr als das Zehnfache) verfügbar.
Die Schaltung der Satie benötigt für ihre hohe Leistung eine sehr aufwendige Hochspannungs-
versorgung, die in ein externes Netzteil ausgelagert wird. Dies erhöht die Betriebssicherheit und verhindert Störeinstreuungen. Im Finish zeigt das Netzteil die gleiche edle Verarbeitung wie das Audioteil und sollte neben diesem plaziert werden.
Der Klang
Die Satie musiziert, wie man es von einer gelungenen Triodenendstufe erwartet: homogen und entspannt, sehr plastisch und weiträumig. Das Musikgeschehen löst sich vom Lautsprecher, es öffnet sich - wenn es die Aufnahme vorsieht - eine faszinierend weite Klangbühne. Instrumente und Stimmen besitzen viel Körper, aber ebenso eine klare Kontur und eine klar definierte Position im dargestellten Raum.
Die Satie besitzt ungewöhnliche Leistungsreserven und vermag erstaunliche Dynamikfähigkeiten zu entwickeln. Sie gibt Impulse (Orchestertutti, Bläsersätze, Trommelschläge) präzise und kraftvoll wieder. Eingeschworene 300 B-Fans mögen angesichts solcher Dynamik überrascht bis überfordert sein.
Die Satie strebt keine schönfärberische Verrundung des Klangbildes, sondern Authentizität und Natürlichkeit an. Sie ist nicht nur prädestiniert für die Wiedergabe von Kammermusik und kleinen Jazz-Ensembles, sondern vermag im Zusammenspiel mit wirkungsgradstarken Schallwandlern ebenso große Orchester abzubilden.
Hat man sich erst an die Souveränität und die Leistungsreserven der Satie gewöhnt, erscheinen leistungsschwächere Konzepte mitunter als unbefriedigende Kompromisse.
Roland Kraft (image hifi 1/2001) zeigte sich beeindruckt:
„In Bezug auf klangliche Fähigkeiten steht Gundlachs Design einer sehr guten 300B in nichts nach, bietet aber erfreulicherweise rund dreifache Leistung und damit einhergehend eine gehörige Portion Souveränität(….)
Hut ab, und ein dickes, dickes Kompliment, denn ohne große Umschweife gesellt sich die Satie in den Kreis meiner nunmehr vier oder fünf persönlichen (Endstufen-) Favoriten. Eine Traumröhre mit Traumklang
(...) „
Der Aufbau
Die Gehäuse der Satie werden ausschließlich aus nichtmagnetischen Materialien gefertigt. Der Verstärker - bestehend aus Audio- und Netzteil- wird zunächst in und auf einem Aluminium-Chassis aufgebaut.
Die Außengehäuse werden wie Karosserien über die Chassis gestülpt und mit diesen verbunden, was für Entkopplung und Abschirmung sorgt.
Im Innern der Schaltung finden ausschließlich ausgesuchte audiophile Bauteile Verwendung.
Die Verkabelung geschieht mit Reinsilber und Reinkupfer.
Als klangentscheidendem Glied zwischen Verstärkerschaltung und Lautsprecher kommt dem Ausgangsübertrager besondere Bedeutung zu. Daher lassen wir eigens für die Satie in Deutschland einen Übertrager fertigen, der sich in der Bauweise stark an den legendären Vorbildern der 50er Jahre orientiert. Die Windungen werden kompliziert verschachtelt und mehrfach vakuumgetränkt.
Die eingesetzten Spezialbleche und die großzügige Dimensionierung des Übertragers verhindern Sättigungseffekte und Verzerrungen. So zeigt dieser Übertrager schließlich ein ausgeglichenes breitbandiges Übertragungsverhalten, das im hörbaren Bereich keine störenden Resonanzen aufweist.
Besonderes Augenmerk schenken wir der Betriebssicherheit. Die Anodenhochspannung der Endröhren gewinnen wir aus der Serienschaltung zweier getrennter Netzteile mit halbierter Spannung (Batterieprinzip). Alle weiteren Anoden- und Heizspannungen gehen ebenfalls aus separaten gleichgerichteten Netzteilen und Siebketten hervor. DieTreiber- und Eingangsstufe besitzt eine Röhrengleichrichtung mit zwei GZ 34 (5 AR 4).
Eine solch aufwändige Anfertigung braucht Zeit. Daher beträgt die Lieferzeit wenigstens 20 Wochen.

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