Doch während der 1. Hörsession wurde rasch deutlich, dass ein weiblicher Namen dem Charakter des neuen Vollverstärkers, auf dem ein Quartett 300B musiziert, nicht treffend umschreibt. Der Klang gab sich keineswegs im konventionellen Sinne „feminin“ (schlank, warm, weich), sondern kraftvoll, dynamisch, markant, doch ausgesprochen elegant. So erhielt der neue Trioden-Gegentakt-Verstärker den Namen »Bennett«. Nach Tony Bennett, dem letzten großen lebenden Jazzsänger. mit rau timbrierter Stimme und markantem Profil.
Klang
Der Vollverstärker »Bennett« ist ein musikalischer Allrounder. Er verbindet in seinem Klang den Charme der Triode mit der Kraft der Triode. An gelungenen Single-Ended-Trioden schätzt der Connaisseur den Klangfarbenreichtum, die weite Raumdarstellung ,die holografische Plastizität, die Leichtfüßigkeit.
Am Pentoden schätzt man die Dynamik, den kräftigen Tiefbass, die realistische Abbildungsgröße.
Woher die Hifi-Klischees rühren, die Pentode seifür dynamische Popmusik prädestiniert, die Triode für Jazz und Klassik..
Mit seinem Trioden-Gegentakt-Konzept vereinigt der »Bennett« Vorzüge beider Klangwelten in sich:
„Selten eine so gekonnte, fein balancierte, aber eben auch nicht übertrieben gefällige Abstimmung gehört –
ach, was, dieser Klangcharakter ist ohnehin einzigartig, er verschmilzt selten wahrzunehmende (Röhren-) Eigenschaften, die man hier und da, aber noch nie in einem Amp homogen vereinigte hörte“, schreibt Roland Kraft im „Röhrenbuch 2“ (Mai 2010).
Aufbau I
Der Vollverstärker »Bennett« ist kompromisslos in Entwurf und Aufbau.
In seinen Palladiumflächen spiegeln sich nicht weniger als 10 Röhren. Pro Kanal arbeiten 2 Trioden 300B (im Gegentakt für 25 Watt sinus), 1 Gleichrichter 6Z34 und 2 Vorröhren 6SN7.
Wie alle Consequence-Audio-Verstärker wird der „Bennett“ zunächst in einem Aluminium-Chassis aufgebaut.
Das sichtbare Außengehäuse mit Holzzarge, Deckelblech, Haube und Boden wird wie eine Karosserie im Autobau über das Chassis gestülpt.
Die Materialwahl geschieht sehr bewusst. Die Kombination aus Massivholz und Meatall besitzt günstige Resonanzeigenschaften. Alle Metalle sind nichtmagentisch.
Aufbau II
Auch die Bauteile genügen höchsten Ansprüchen: Silber-Gold-Kondensatoren von Mundorf, emaillierte Drahtwiderstände und nichtmagnetische Präzisionswiderstände von Vishay u.a.
Bei der Erzeugung der Anodenspannung wird völlig auf die üblichen Elektrolyth-Kondensatoren verzichtet. Stattdessen werden ausschließlich langlebige Hochvolt-Folienkondensatoren eingesetzt (Mundorf Tube Caps).
Der Schaltungsaufbau selbst erfolgt konsequent kanalgetrennt. So wird im Klangbild eine großzügige Raumdarstellung und eine plastische Abbildung der Instrumente und Stimmen erreicht.
Jede der vier Endröhren besitzt eine eigene foliengesiebte und regelbare negative Gittervorspannung,
die ein perfektes Abgleichen der Röhrenpaare ermöglicht. Das Klangbild dankt es mit musikalischer
klirrarmer und ermüdungsfreier Wiedergabe.

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