„In der akustischen Hochkultur zu Hause“
Cai Brockmann über den Symmetrischen Schallwandler Stella
Einen so hohen „ WAF“ („wife acceptance factor“) genössen auf Anhieb nur wenige Schallwandler,
beginnt Cai Brockmann seine Besprechung der Stella und gesteht dem Entwickler zu, trotzdem keine „aalglatten Mainstream-Produkte anbieten „zu wollen, sondern danach strebe, „das Schöne, Intensive, Berührende der Musik zu transportieren“.
Zunächst nähert sich der Autor der Stella von Außen. Deren „ schlanke Gestalt“ und deren „extravagantes Furnier„ (in diesem Falle Olivesche-Maser) durch den „weiblichen Ritterschlag„ der Autorengattin (die als Cembalistin musikalische Kompetenz besitzt) geadelt worden ist:
„Die Oberfläche versprüht Noblesse, nicht zuletzt durch den handpolierten Fünf-Schichten-Lack, der die Stella in einem samtenen, gleichwohl lebhaften Schimmer hüllt. Darunter muss man ja nicht unbedingt das aufpreispflichtige Oliv-Eschenholz unseres Testmusters stecken“.
Und zollt dem Consequence-Audio-typischen Innenaufbau Respekt.
Beeindruckt zeigt sich der Rezensent vom Aufbau der Frequenzweichen:
„Kräftigen Anteil am stattlichen Gewicht haben auch die beiden aufwändigst bestückten Frequenzweichen. Consequence Audio setzt auf sündhaft teures Material: Reinkupfer-Flachband- und Luftspulen von Mundorf, feinste Supreme-Folienkondensatoren, sauerstoffarme XLO-Verkabelung. Das Testmuster besitzt darüber hinaus eine dreifache Impedanzentzerrung mit entsprechender Bauteilverdichtung".
Nun unterzieht Brockmann die Stella dem entscheidenden Test- dem musikalischen:
„Nun singt sie, die Stella. Und zwar mit farbstarker, deutlicher und wohlgeformter Stimme. (…)
Mit akustischen Darbietungen läuft sie wie beabsichtigt zu wahrer Größe auf".
Sie integriere „fundamentale Schallereignisse hinreißend schnell und impulstreu. Sie formt mit glaubhaften und locker federnden Baßlage ein sehr homogenes Klangbild.“
Die Stella stellt sich souverän der klassischen Königsdisziplin:
„Die offene, freie Gesamtabstimmung des Lautsprechers überfährt den Hörer niemals mit brutaler Gewalt, sondern bezieht ihn ins Geschehen ein. Hier wird ganz einfach Musik geboten und kein Showspektakel abgefeiert.
Einfach Klasse, wie die schlanke Säule auch anspruchvollstes Instrumentarium in den Raum zu stellen in der Lage ist. Cembalo- oder Lautenstücke, überhaupt barocke Werke in historischer Aufführungspraxis gehören zu den schwierigsten Dingen, die eine Anlage repoduzieren können sollte. (…) Stella wahrt jedoch kunstvoll die Balance, bringt Tonalitäten und Details mit feinsinnigen Gespür zu Gehör".
Als weiteren interpretatorischen Scherpunkt erkennt Brockmann den Jazz-dargeboten von Duos, Combos bis Bigbands:
„Mit einer Riesenladung Jazz gefüttert, beweist der Lautsprecher seine enorme Sicherheit in puncto Tempo und Verve, Dynamikabstufungen und Spielwitz".
Der Autor nutzt die Stella als Analyseinstrument für die Analyse diverser Drummer, bis er zur Klassik zurückfindet:
„Die Stella versteht es, mit taktvoller Akkuratesse leichtfüßig mitzugehen und auf diese Weise musikalische Inhalte zu extrahieren. Die Konkurrenz stolpert da bisweilen schon mächtig unkoordiniert herum. Nicht aber diese schnelle Probandin.
Auch buddle ich mich mit zunehmenden Vergnügen weiter durch die hausinterne Klassik-Abteilung, erfreue mich an erstklassiger Sprachverständlichkeit und ergreifenden Stimmen in Oper und Lied, fein ineinander verzahnter Bühnenarbeit und sauber gestaffelten Orchesterapparaten – und immer an erstklassig vermittelter musikalischer Kompetenz, ohne je mit erhobenem Zeigefinger auf die Schwächen eines Tonträgers hinzuweisen".
Der erhöhte Wirkungsgrad und die entzerrte Weiche prädestinieren die Stella
als universelle Spielpartnerin:
„Genügsam erweist sich die Stella übrigens in puncto Verstärkung: Zehn gut klingende Watt – egal, ob aus Sand oder Luft extrahiert – sind okay, das Drei- bis Vierfache wirkt deutlich stabilisierend, und ab 100 Watt erkennt der Stella-Spatz die Kanonen".
Brockmann resümiert:
„Die feine Dame singt, und alle hören zu. In der akustischen Hochkultur zu Hause, betört die Consequence Audio Stella mit einer bestens ausgebildeten, wandlungsfähigen Stimme – ein Juwel".
(image hifi 5/2003) |